In regelmäßigen Abständen, wenn die Resultate standardisierter Tests, wie etwa die Ergebnisse der teilstandardisierten kompetenzorientierten Mathematikreifeprüfung oder internationale Schulleistungsvergleichsstudien (z.B. PISA), veröffentlicht werden, entsinnen sich die Bildungsverantwortlichen der Tatsache, dass das österreichische Bildungssystem Geschlechterasymmetrien produziert. Die Interventionen, die im Anschluss daran gesetzt werden, fokussieren allerdings meist darauf, Mädchen und junge Frauen zu motivieren, Interesse für die „MINT“-Fächer und die daraus abgeleiteten beruflichen Möglichkeiten zu entwickeln. Einer Reihe von Förderinitiativen, wie etwa dem Projekt FiT-„Frauen in Technik und Handwerk“ oder dem Elise Richter Programm des FWF, ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, zur Hebung des Frauenanteils in MINT-Berufen beizutragen und Wissenschafterinnen in ihrer Karriereentwicklung zu unterstützen. Die Ursachen der Geschlechterasymmetrien, nämlich die stereotypen Geschlechterattribuierungen sowie die Wirkmächtigkeit von Geschlecht in den universitären und schulischen Fachkulturen werden dabei allerdings nicht in den Blick genommen. Der Vortrag setzt sich mit der Frage nach den mannigfachen Ursachen der Geschlechterasymmetrien auseinander und entwirft Möglichkeiten, angehende MINT-Lehrkräfte dabei zu unterstützen, den Fachunterricht interessant für alle Schüler*innen zu gestalten.
Vortrag von Aigner-Rollett-Gastprofessorin Prof.in Dr. Ilse Bartosch, Physikdidaktikerin am Didaktikzentrum für Naturwissenschaften und Mathematik im Sommersemester 2020 , Uni Graz
Zeit: Dienstag, 15. Dezember 2020, 16:00 – 17:00 Uhr
Zugang: https://unimeet.uni-graz.at/b/wie-36q-mu6
Eine Veranstaltung der Koordinationsstelle für Geschlechterstudien & Gleichstellung der Universität Graz